Trabant Bj 1970 zu verkaufen

Ein Auto, das nie gebaut werden sollte, dann aber an der Spitze seiner Klasse liegend, um später zwar in der technischen Bedeutungslosigkeit unterzugehen. Damit einhergehend lange Zeit mit seinen Besitzern in einer echten Hassliebe verbunden. Zu einem dramatischen Wendepunkt der deutschen Geschichte wollte ihn dann niemand einmal geschenkt, damit er in den letzten Jahren zum echten Kultauto heranreifen konnte. Dabei handelt es sich um kein geringeres Fahrzeug, das in den Sachsenring Automobilwerken in Zwickau hergestellt wurde – der Trabant.

Trabant

Ein Auto, das die technische Innovationskraft der DDR beschwören sollte

Diese Einführung stellt im Prinzip die wichtigsten Kenneichen in der zeitlichen Entwicklung vom Trabant dar. Zunächst war es in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik überhaupt nicht geplant, ein individuelles Fahrzeug für die Massen bereitszustellen. Das ließ sich nicht wirklich mit dem gemeinschaftlichen Grundgedanken von Sozialismus und Kommunismus verbinden. Allerdings erkannte die politische Führung durchaus das Fluchtverhalten aus der DDR, da anfangs noch keine geschlossene Grenze vorhanden war. Also wurde ein Fahrzeug in Planung gegeben, das nicht nur preiswert und für jedermann erschwinglich sein sollte.

Trabant

Die Tugend der Mangelwirtschaft

Damals sah man sich noch in wirtschaftlicher und technischer Konkurrent zu Westdeutschland. Ein mindestens genauso gutes Auto wie im Westen tat es also nicht – es musste das Beste seiner Klasse werden, um die Menschen in der DDR zu halten. Doch schon damals bahnte sich die Mangelwirtschaft in vollen Zügen an. Metalle wie in der hohen westlichen Qualität gab es im Osten nicht, das russische Eisen war minderwertig und kaum zu gebrauchen. Also machte man aus der Not eine Tugend und gestaltete die Karosse des Trabants zu größten Teilen aus Kunststoff. Konkret wurden dazu baumwollverstärkte Phenoplaste eingesetzt.

Traban

Hohe Ansprüche, moderne Kunststoffkarosserie

Die Baumwollfasern wurden zusammen mit aus Braunkohleteer gewonnenem Phenolharz zu Fliesmatten geformt und gepresst. Dann erfolgte der Grobzuschnitt und thermisches Formpressen, also das Formen der Matten unter Hitze. Dann wurde das Stahlgerippe der Trabantkarosse damit beplankt, zurechtgeschnitten und geschliffen. Nicht erwünschte Spalte wurden mit Buna-Kautschuk verklebt. Zugleich musste das Fahrzeug etliche Ansprüche erfüllen. Der Trabant sollte vier Personen samt Gepäck transportieren können, robust, widerstandsfähig, einfach zu reparieren und sparsam zugleich sein.

Trabant P601 Kombi

Anfangs der Trabant Klassenprimus

Als direktes Vorbild gilt der zu jener Zeit in Deutschland unter dem Namen „Leukoplastbomber“ bekanntgewordene Lloyd LP 300, der jedoch diese Anforderungen bei Weitem nicht erfüllte. Doch mit der Umsetzung des Trabis gelang das in der Klasse der kompakten Kleinwagen. Damit führte er diese Klasse in den 1950ern sogar als modernstes und anspruchsvollstes Fahrzeug seiner Klasse aus. Zu dieser Zeit war auch der Zweitaktmotor, der eine Weiterentwicklung von DKW-Motorrad-Rennmotoren aus den 1930ern war, technisch voll auf der Höhe. Dieser erste Trabant 50 erhielt dann 1959 sogar ein synchronisiertes Getriebe.

Trabant P601 Kombi

Der technische Rückstand wurde in den 1960ern langsam sichtbar

Das Design des P 601, der ab 1964 angeboten wurde, sollte auch die im Westen einsetzende Sachlichkeit widerspiegeln. Der Zweitaktmotor wurde ebenfalls noch verbessert, sodass er mit seinen 17 kW zwischen Ente (12 kW) und Käfer (25 kW) noch einigermaßen modern war. 1968 sollte ein Motor mit knapp 20 kW kommen, auch ein Viertaktmotor war geplant. Der wirtschaftliche Rückstand selbst zu sozialistischen Bruderstaaten zeichnete sich nun immer massiver ab. Selbst andere Ostblockmarken setzten inzwischen auf Viertaktmotoren. Der Wille der Fahrzeugentwickler wäre zwar da gewesen, allerdings verweigerte die politische Führung die Weiterentwicklung. Es fehlte schon jetzt am notwendigen Geld dafür.

Trabant P601 Kombi

Eisern musste die DDR-Staatsführung an ihrem Relikt aus Gründertagen festhalten

Stattdessen wurden immer wieder Verbesserungen eingeführt. Dazu zählten Türgriffe aus Aluminium statt leicht brechendem Kunststoff, die Umstellung von 6 V zu einem 12-V-Bordnetz oder die Zweikreis-Bremsanlage. Insgesamt kam es in den 1980ern zu 17 solcher Verbesserungen. Die Besonderheit daran war, dass sie als Aufpreis-Ausstattung aufgeführt war, die aber immer gewählt werden musste. Den Trabant gab es als Limousine, „Universal“ genannten Kombi und als Kübelwagen für die NVA. Letztendlich musste aber eine Entwicklung hin zum Viertakter erfolgen. Längst war der Traum vom technologischen Gleichziehen mit dem Westen aber ausgeträumt. So scheute man sich nicht, auf in Lizenz gebaute Motoren zurückzugreifen, deren Lizenzinhaber Volkswagen war.

Trabant P601 Kombi

Motoren vom Klassenfeind sollten zumindest den automobilen Niedergang verhindern

Da die DDR nicht in der Lage war, die 60 DM Lizenzgebühr je Motor abzuzahlen, sollte dieser 1,1-L-Motor auch für VW gebaut werden, um so statt Devisen Motoren an den Westen zu liefern. Tatsächlich kam es noch zum Angebot dieses Trabants. Zunächst sollte sogar noch eine eigenständige Karosserieweiterentwicklung vorgenommen werden. Letztendlich entschied man sich aber wieder aus Kostengründen, die alte Karosserieform beizubehalten und erneut nur zu modifizieren.

1989 wurde das Modell als Trabant 1.1 vorgestellt, jedoch stand zu diesem Zeitpunkt nach Unterzeichnung einiger Kooperationsverträge die Wiedervereinigung unmittelbar bevor. Niemand im Osten war noch Willens, ein beinahe 30 Jahre altes Ostblockdesign mit zwar moderner Technik unter der Haube zu bestellen. Wie niederschmetternd gering die Nachfrage nach dem modernen Trabi war, überraschte selbst Volkswagen.

Trabant P601 Kombi

Nach bis zu 10 Jahren Wartezeit als Neuwagen: keiner wollte den Trabi noch – nicht einmal geschenkt

Jedoch war es nach der Wende so, dass eindeutig die Nachteile des Trabants überogen. Wegen der Kunststoffkarosse stellte er ein Entsorgungsproblem dar. So wurden Unmengen wild in der Natur entsorgt, weil ihn noch nicht einmal jemand geschenkt haben wollte. Erst mit etwas Verspätung entdeckten Studenten den Trabant für sich. Und trotz des extrem negativen Images bildeten sich schon zu jenem Zeitpunkt erste Trabant-Interessensgemeinschaften.

Zwischen, mit der Verklärung der DDR, hat auch der Trabant längst einen Kultstatus erreicht, der dem des VW Käfers in nichts nachsteht. Waren 1993 noch rund 900.000 Fahrzeuge in Deutschland angemeldet, waren es 10 Jahre später gerade noch 10 Prozent davon, also 90.000 Einheiten. In den nächsten 10 Jahren, also bis 2013, hat sich die Zahl nun noch einmal um zwei Drittel auf gut 32.000 Trabis reduziert. 2014 waren es dann auch nur noch 100 Zulassungen weniger.

Trabant P601 Kombi

44 Jahre Geschichte, repräsentiert in einem 1970er Trabant P 601

Ein Schicksal, das viele Trabis nach der deutschen Wiedervereinigung erlitten, war das gnadenlose Umbauen, Tunen und Extremmodifizieren. Umso gefragter sind heute Trabis im originalen Zustand.

Kaum vorstellbar: Trabi aus zweiter Hand, technisch vom Feinsten und original

Einer der wenigen Trabis, die diese Zeit makellos überstanden haben, ist der, den wir Ihnen hier nun anbieten können. Bis 2006 war der 1970 zugelassene Trabant in Besitz des ersten Besitzers. Der zweite Besitzer ist es nun, der sich von dem Trabi trennen möchte, aber zwischenzeitlich viel Zeit und Liebe in das Symbol der deutschen Einheit gesteckt hat. Der Zustand ist original und unverbastelt – einschließlich der Innenausstattung. Der Motor wurde komplett überholt. Außerdem wurde eine neue Kupplung verbaut, die Bremsen wurden ebenso erneuert wie das Fahrwerk (Stoßdämpfer) und die Pneus. Selbstverständlich kommt der Trabant P 601 mit neuem TÜV und H-Kennzeichen. Der Kilometerstand liegt bei gerade einmal 69.000 km.

Trabant P601 Kombi

Billiger werden Trabis bestimmt nicht mehr – teuerer aber ganz bestimmt

Der Zeitpunkt, einen Trabi zu erstehen, ist noch günstig. Doch ein regelmäßiger Blick auf die wichtigsten Automobil-Plattformen zeigt, wie die Preise langsam anziehen. Sicherlich sind nach oben keine Grenzen gesetzt. Ein Beispiel dafür sind die Ikarus-Busse, die in deutlich geringerer Stückzahl gebaut wurden, aber eigentlich deutlich weniger Sammler ansprechen und dennoch inzwischen Preise von über 100.000 Euro erzielen. Langfristig betrachtet ist der angebotene Trabant damit das perfekte Investitionsangebot. Denn den Symbol-Status der deutschen Wiedervereinigung nimmt dem Trabi niemand – und er wird in allen Geschichtsbüchern festgeschrieben immer damit einhergehen.

Trabant P601 Kombi

Hier die Eckdaten von unserem Trabbi:
  • Motor generalüberholt
  • Originalzustand
  • 1970
  • H-Kennzeichen
  • Kupplungneu
  • TÜV neu
  • Reifen neu
  • Bremsen neu
  • Stoßdämpfer neu
  • Innenausstattung Original
  • Erste Hand bis 2006
  • 2. Besitzer bis heute
  • Summt wie eine Biene
  • 69.000 km Originalkilometer
  • Mindestpreis 4.000€
  • MwSt. ausweisbar

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