Mercedes-Benz E500 AMG 6.0

Mit der Baureihe W 124 hat Mercedes eine der wohl erfolgreichsten E-Klassen gebaut. Noch heute gilt sie als eine der solidesten und qualitativ hochwertigsten E-Klassen, die der Stuttgarter Automobilhersteller je auf die Straße gebracht hat. Doch über viele Jahre mussten sich Käufer der W 124 E-Klasse mit PS-Leistungen unter 200 PS zufriedengeben.

Erst zum Ende hin in den letzten Jahren rüsteten die Stuttgarter auf, dafür aber mit zahlreichen Modellen um so brachialer. Die absolute Sternstunde stellt auch heute noch der E 500 E 60 AMG dar.

Kraftvolle Modelle der E-Klassen-Baureihe W 124

Lange mussten die Freunde der Mercedes E-Klasse auf ein wirklich stark motorisiertes Modell warten. Erst Anfang der 1990er setzte Mercedes entsprechende Konzepte um. Zunächst war es der 280 E mit bis zu 188 PS, dann der 300 E, welche lange die stärkste Motorisierung stellten. Letztgenannter wurde dann vom noch etwas kräftigeren E 320 abgelöst.

1990 erschien dann ein echter Wolf im Schafspelz mit dem 500 E. Der komplette Vorderbau wurde bei diesem Modell von Porsche zusammengebaut, das Fahrwerk war gar eine Entwicklung des Sportwagenbauers, weil die vorhandene Technik einfach nicht für die atemberaubende Kraft von 326 PS und 480 NM ausreichte.

500 E und E 60 AMG

Das Konzept schien aufzugehen, denn bereits ein Jahr später wurde dem 500 E der 400 E zur Seite gestellt, der immerhin noch mit 279 PS aufwarten konnte (beim E 320 222PS). Das schien wohl auch ausschlaggebend gewesen zu sein, bei AMG den Bau besonders edler E-Klassen-Modelle des W 124 voranzutreiben.

Auch für die Cabrios und Coupes der Baureihe wurde ebenfalls ab 1991 der 300 E 3.4 AMG aufgelegt (neben E-Klasse auch T und wie bereits erwähnt CE). Ab 1993 wurden daraus die Modelle E 36 AMG für T, CE und Cabrio. Im selben Jahr entschied man bei AMG aber ebenso den Bau eines AMG-Modells auf Basis des nun als E 500 bezeichneten 500er der Baureihe W 124.

Der E 60 AMG im Detail

Natürlich blieb es nicht bei den 5 Litern Hubraum, stattdessen erhielt der Wagen 6 Liter Hubraum, folglich also auch als E 60 AMG bezeichnet. Der E 60 AMG bringt 381 Pferdestärken (280 kW) mit, außerdem das enorme Drehmoment von 580 NM, das bereits bei 3.750 U/min erreicht ist. Zum Vergleich beim E 500: 470 NM bei 3.900 U/min und beim 500 E 480 NM bei 3.900 U/min. Der Verkaufspreis lag damals bei nicht weniger atemberaubenden 180.000 D-Mark in der „Basis“-Version. Natürlich konnte die noch mit zahlreichen Extras aufgewertet werden.

Ausstattungsmerkmale vom E 60

Dazu gehörte damals auch noch die Lederausstattung, die keineswegs eine Selbstverständlichkeit war. Die Klimaanlage war zwar Serie, aber dafür musste auch das Schiebedach nachträglich dazugekauft werden. Nicht zu vergessen die obligatorische Alarmanlage mit Wegfahrsperre. Denn andernfalls wären bei einem Diebstahl 10 Prozent Selbstbeteiligung fällig gewesen, die dann bei immerhin knapp 20.000 DM gelegen hätten. Der Preis für dieses Extra lag übrigens bei 1.109,75 DM. Das Schiebedach fiel mit knapp 2.000 DM nicht weniger knackig aus – da erscheint die Volllederausstattung für rund 3.700 Euro im Gegensatz ein richtiges Schnäppchen gewesen zu sein. Welch ein Trost, dass stattdessen der Drehzahlmesser zur Serienausstattung gehörte.

Die Ausstattung unter heutigen Gesichtspunkten

Aber gerade in Bezug auf die Lederausstattung ist das durchaus schade aus heutiger Sicht. Es reicht nur ein Blick zu den heute ebenfalls begehrten E 500, die mit sehr zeitgemäßem Stoffmuster auf den Velours-Sitzen daher kamen. Dafür gehörten aber elektrische Fensterheber vorne und hinten, elektrische Sitze vorne rechts und links oder die 4-Gang-Automatik zur Serie.

Ebenso Airbags, elektrische und beheizte Außenspiegel, natürlich das AMG-Technik-Paket, ASR, Wurzelholz, Niveau-Regulierung oder Metallic-Lackierung. Der E 60 AMG wurde außerdem serienmäßig auf 245/45 ZR 17 Reifen mit AMG-Alufelgen in 8,5 mal 17 gestellt. Die Pneus wurden von Bridgestone montiert. Allerdings ist das eine relativ ungünstige Bereifung.

Fahrverhalten

Die sieht zwar perfekt abgestimmt auf den Understatement ausstrahlenden E 60 AMG aus, aber die Fahreigenschaften sind weniger gut. Das Fahren des bei 250 km/h abgeregelten E 60 AMG erfordert höchste Konzentration, weil die Pneus dieser Reifenbreite auf dem W 124 Supersportler willig Spurrillen folgen.

Dafür haben die Techniken von AMG eine Bestleistung beim Fahrwerk abgeliefert. Immerhin ist es die ungefederte Masse unterhalb des Fahrwerks, die das Fahrverhalten jedes Autos beeinflusst – je höher die ungefederte Masse wird, desto schlechter auch die Straßenlage.

Dem kann man entgegenwirken, indem das Fahrwerk möglichst hart gewählt wird. Das bedeutet aber einen erheblichen Verlust an Komfort. Doch Komfort ist es, was gerade in einer Mercedes-Limousine nicht unbedeutend ist. Die Techniker haben aber beim E 60 AMG eine wirklich nahezu perfekte Abstimmung erreicht. Das Fahrwerk ist straff und hart, aber dennoch kompensiert es Bodenunebenheiten souverän, sodass der hohe Komfort nahezu erhalten bleibt.

Einen der wenigen E 60 AMG erwerben

Bei den E 60 AMG Modellen, die auf dem Markt sind, gibt es aber Unterschiede. Der E 60 AMG wurde nämlich einerseits von Mercedes ab Werk angeboten. Außerdem konnte ein bereits gekaufter E 500 auch zum E 60 AMG umgebaut werden. Genaue zahlen zu den von AMG umgebauten E 60 AMG gibt es nicht.

Dazu kommt, dass aufgrund der enormen Preisspanne zwischen gebrauchten 500 E bzw. E 500 und E 60 AMG natürlich auch der eine oder andere gefälschte Nachbau erhältlich sein kann.

Die E 500 bewegen sich zwischen 7.000 und 20.000 Euro, die angeblich echten „Werks“-E-60-AMG liegen zwischen 60.000 und 80.000 Euro. Nun gibt es aber auch keine wirklich verlässlichen Zahlen zu ab Werk verkauften E 60 AMG. Nur, dass es wahrscheinlich 11 oder 12 sind, also nicht wirklich ein großes Angebot. Bedenkt man, dass auf einschlägigen Seiten aus dem Stand heraus immer zwischen 4 und 5 E 60 AMG angeboten werden, wären die als Sammlerobjekt begehrten Automobile zu fast 50 Prozent auf dem Markt.

Wir sind für Sie und Ihren Mercedes E 60 AMG da

Es ist also unbedingt erforderlich, beim Kauf einen absoluten Mercedes und AMG Spezialisten bei der Fahrzeugbesichtigung dabeizuhaben. Gibt es bei nachgewiesenem, seriösen Interesse gewisse Probleme damit, dass der Besitzer Unterlagen und Fahrgestellnummer (einschließlich Motoren- und Getriebepass) bereitstellen will, ist höchste Vorsicht geboten.

In und um Berlin sind wir eine freie Mercedes Fachwerkstatt. Durch unsere Spezialisierung neben Mercedes-Veteranen auch auf neue Modelle können wir Ihnen nicht nur bei Wartung und Reparatur Ihres AMG-Modells behilflich sein. Gerne sind wir auch bei der Suche nach einem der seltenen – und echten! – AMG Modelle der Baureihe W 124 behilflich. Das schließt neben dem E 60 AMG natürlich auch den E 36 AMG bzw. E 300 3.4 AMG ein.